Bewegung und Begegnung
Wöchentliche, altersgerechte Bewegungsangebote. Freiwillige Generationentandems wählen gemeinsame Aktivitäten und lernen voneinander. Regelmäßige Teilnahme soll durch gut erreichbare Orte und passende Zeiten leichter werden.
Gesundhaus Steindorf · Kinder und Jugendliche
Das Jugendmedizin-Konzept verbindet Bewegung, Ernährung und Wohlbefinden mit Begegnungen zwischen Generationen. Kinder und Jugendliche gestalten mit und erhalten Orientierung zu passender Unterstützung.

Das Konzept
Das Gesundhaus i-Tüpferl in 82297 Steindorf bringt Gesundheitsangebote und persönliche Kontakte unter einem Dach zusammen. Die Praxiswebsite nennt unter anderem Kinder- und Jugendpsychotherapie, Heil- und Sozialpädagogik, Logopädie, Physiotherapie und Osteopathie.
Darauf baut ein vorgeschlagenes gemeinsames Programm auf: junge Menschen, Eltern und ältere Menschen entwickeln alltagsnahe Angebote. Jugendmitentscheidung, verlässliche Termine und erreichbare Unterstützung werden von Anfang an mitgedacht.
Die Praxen bilden die vorhandene Grundlage. Die drei gemeinsamen Formate sind Vorschläge für die Weiterentwicklung. Ihre konkrete Umsetzung und die Beiträge der Partner werden vereinbart; bestätigte Termine und Ergebnisse werden gesondert bekannt gemacht.
Jugendmedizin bezeichnet hier das Konzept für Kinder- und Jugendgesundheit. Medizinische Diagnostik und Behandlung bleiben Aufgabe der jeweiligen Fachpraxen.

Für die digitale Unterstützung des Vorhabens wird die bestehende Portaltechnologie von quartier.care genutzt.
Christine Bergmair
Heilpraktikerin; Osteopathin M. Sc., DO HOLISTÉA und BAO. Behandlung von Babys, Kindern und Erwachsenen.
Termine: Dienstag bis Freitag und nach Vereinbarung.
Inge Viel-Steller
Angebotsschwerpunkte: initiatische Therapie, Heilpädagogik und systemische Selbstintegration.
Termine: Nach Vereinbarung.
Kontakt: +49 172 8424389
Armin Steller
Angebotsschwerpunkte: Sozialpädagogik und systemische Selbstintegration.
Termine: Nach Vereinbarung.
Kontakt: +49 179 5928194
Annemarie Binder
Diplom-Pädagogin; approbierte Kinder- und Jugendpsychotherapeutin.
Termine: Nach Vereinbarung.
Jaqueline Pommer
Physiotherapeutin und Heilpraktikerin.
Termine: Nach Vereinbarung.
Kontakt: +49 152 53896696
Dr. med. univ. Warren Ashley
Gesundheitsberater; Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie. Coaching, Integration und Supervision.
Termine: Online nach Vereinbarung; Vor-Ort-Termine nach gesonderter Ankündigung.
Praxisangaben nach den veröffentlichten Informationen. Termine werden mit der jeweiligen Praxis vereinbart.
Drei vorgeschlagene Formate
Die Vorschläge sind für einen zwölfmonatigen Pilot angelegt. Gemeinsam mit jungen Menschen werden passende Themen, Zeiten und Zugangswege festgelegt.
Wöchentliche, altersgerechte Bewegungsangebote. Freiwillige Generationentandems wählen gemeinsame Aktivitäten und lernen voneinander. Regelmäßige Teilnahme soll durch gut erreichbare Orte und passende Zeiten leichter werden.
Monatliche Koch- oder Gartentermine verbinden Wissen über Lebensmittel mit gemeinsamem Zubereiten und bezahlbarem Essen. Jüngere und ältere Menschen teilen Rezepte und Erfahrungen. Frei verfügbares Trinkwasser ergänzt den Baustein.
Monatlicher Austausch über Wohlbefinden, Medien und Hilfesuche. Jugendliche entscheiden bei Themen und Ablauf mit. Eine bekannte Ansprechperson unterstützt den Weg zu passenden Angeboten; Jugendvorschläge erhalten innerhalb von vier Wochen eine Antwort.
Teilnahme und Verantwortung
Vorgesehen sind altersgerechte Angebote für 6- bis 17-Jährige. Die Gruppen 6-10, 11-15 und 16-17 Jahre werden getrennt betrachtet. Der vorbereitete Kurzfragebogen richtet sich zunächst an 11- bis 15-Jährige; für andere Altersgruppen sind eigene, geprüfte Formulierungen nötig.
Persönliche Gespräche, Telefon, Papier und begleitete digitale Wege bleiben möglich. Die Befragung ist freiwillig und unabhängig von einer Behandlung. Eine benannte Kinderschutzverantwortung, verständliche Informationen und eine Beschwerdestelle gehören zur Vorbereitung.
Das Gesundhaus koordiniert Räume, Termine und Partner. quartier.care unterstützt Dokumentation und Auswertung. Fachlich geeignete Personen prüfen die Inhalte und vereinbaren Wege zu weiterführender Unterstützung. Schulen, Vereine und regionale Erzeuger sind mögliche zusätzliche Partner.
Evaluation
Eine Veranstaltung ist ein Anfang. Entscheidend ist, ob junge Menschen teilnehmen können, passende Unterstützung erreichen und Veränderungen im Alltag erleben.
T0 · vor dem Start
Bedarf und Zugänge mit Jugendlichen besprechen. Freiwillige Gruppenbefragung durchführen und lokale Ziele festlegen.
T3 · nach 3 Monaten
Teilnahme und Barrieren betrachten. Zeiten, Kommunikation und Zugangswege bei Bedarf anpassen.
T6 · nach 6 Monaten
Gruppenwerte erneut erheben. Fortschritte, Datenlücken und unerwartete Ergebnisse besprechen.
T12 · nach 12 Monaten
Nutzen und Aufwand auswerten. Formate begründet fortführen, verändern oder beenden.
Vorausgefüllte Zielwerte sind lokale Vorschläge für T6 und werden vor dem Start gemeinsam festgelegt. Sie sind keine WHO-Grenzwerte.
| Bereich | Was wird gemessen? | Zielvorschlag |
|---|---|---|
| J01 Bewegung | 7 von 7 Tagen mit mindestens 60 Minuten Bewegung | +10 Prozentpunkte |
| J02 Obst und Gemüse | Täglicher Verzehr von mindestens einem der beiden | +10 Prozentpunkte |
| J03 Softdrinks | Täglicher Konsum zuckerhaltiger Softdrinks | -5 Prozentpunkte |
| J04 Wohlbefinden | Positive Selbsteinschätzung der letzten zwei Wochen | +10 Prozentpunkte |
| J05 Ansprechperson | Erwachsene Ansprechperson bei Sorgen bekannt | Mindestens 80 % |
| J06 Zugehörigkeit | Positive Rückmeldung bereits Teilnehmender | +10 Prozentpunkte |
| J07 Generationen | Jugendtermine mit aktiver Zusammenarbeit zweier Generationen | Mindestens 50 % |
| J08 Mitentscheidung | Positive Rückmeldung zur Mitgestaltung | Mindestens 70 % |
| J09 Unterstützung | Vermittelte Angebote binnen vier Wochen tatsächlich genutzt | Mindestens 70 % |
| J10 Durchführung | Durchgeführte im Verhältnis zu geplanten Jugendterminen | Mindestens 80 % |
| J11 Datenqualität | Vollständig beantwortete im Verhältnis zu abgegebenen Bögen | Mindestens 80 % |
Bezugsgruppen, gültige Nenner und genaue Berechnung stehen im PDF. Ungeklärte Vermittlungen bleiben bei J09 im Nenner. Das Evaluationstool ist im geschützten Pilot-Arbeitsbereich auf DEV bereitgestellt; dies bedeutet noch keine abgeschlossene Evaluation.
Erfasst werden Gruppenwerte, keine Namen, Diagnosen oder Patientenakten. Fehlende Antworten gelten nicht als negative Antworten. Nenner unter 10 werden unterdrückt; öffentliche Berichte werden zusätzlich auf Rückrechenbarkeit geprüft.
Jeder Review hält den Befund, die Datenqualität, eine Erklärung, die nächste Maßnahme, die Verantwortung und den Prüftermin fest. Auch neutrale und negative Ergebnisse helfen dabei, Angebote zu verbessern.
Der WHO-Bezug bestimmt die Themenauswahl. Die eigenen Fragen sind noch zu prüfen und kein validiertes klinisches Instrument. Wiederholte Gruppenbefragungen zeigen Veränderungen in Gruppen; ohne Vergleichsgruppe beweisen sie keine ursächliche Wirkung des Programms.
Zwei Seiten zum Mitnehmen
Seite 1 beschreibt Zielgruppe, Formate und Verantwortung. Seite 2 erläutert Messzeitpunkte, elf Indikatoren und den Umgang mit Ergebnissen.
Fragen und Quellen
Die Seite beschreibt die vorgeschlagene Weiterentwicklung. Termine, Beiträge der Partner und Teilnahmebedingungen werden gesondert bestätigt. Informationen zu bestehenden Praxen und Veranstaltungen finden Sie beim Gesundhaus i-Tüpferl.
Das Länderprofil Deutschland 2025 beschreibt Themen der Kinder- und Jugendgesundheit: Bewegung, Ernährung, Wohlbefinden, digitale Sicherheit und Zugang zu Unterstützung. Diese Themen helfen bei der Auswahl lokaler Fragen. Nationale Zahlen ersetzen keine Erhebung in Steindorf; Generationenbegegnung und Mitentscheidung ergänzen den Rahmen als eigene Projektindikatoren.
Die folgenden vier Fragen greifen den HBSC-Bericht A focus on adolescent social contexts in Europe, central Asia and Canada auf (WHO Europa, 2024, Band 7). Grundlage ist die Befragung 2021/2022 von 11-, 13- und 15-Jährigen in 44 Ländern und Regionen. Die Antworten fassen Befunde sinngemäß zusammen und kennzeichnen die Ableitung für das Gesundhaus.
Der HBSC-Bericht beschreibt einen Zusammenhang zwischen wahrgenommener familiärer Unterstützung und günstigeren Ergebnissen der psychischen Gesundheit. Dazu gehören verlässliche Hilfe, Gesprächsmöglichkeiten und Unterstützung bei Entscheidungen. Für das Gesundhaus leiten wir daraus ab: Familien und Bezugspersonen sollen einbezogen werden, während Jugendliche zugleich einen eigenen geschützten Gesprächsraum erhalten. Diese lokale Umsetzung ist ein Vorschlag des Projekts. Quelle: HBSC 2021/2022, Band 7, S. 4 und 31.
Freundinnen und Freunde sind wichtige Bezugspersonen im Jugendalter. Der Bericht zeigt: Hohe Unterstützung durch Familie und Freundeskreis zusammen ist mit günstigeren Ergebnissen der psychischen Gesundheit verbunden. Für das Gesundhaus bedeutet dies als konzeptionelle Ableitung: wiederkehrende Gruppenangebote und gemeinsame Aktivitäten können Gelegenheiten für verlässliche Kontakte schaffen. Ob Teilnehmende Zugehörigkeit erleben, wird freiwillig erfragt; ein gesundheitlicher Erfolg wird dadurch nicht vorweggenommen. Quelle: HBSC 2021/2022, Band 7, S. 2 und 31.
Der Bericht beschreibt zunehmenden schulischen Druck und weniger positiv erlebte Schulbedingungen mit steigendem Alter. Besonders 13- und 15-jährige Mädchen berichten hohe Belastungen. Empfohlen werden unterstützende und inklusive Schulumgebungen. Für die Jugendwerkstatt im Gesundhaus leiten wir daraus ab: schulische Belastungen besprechbar machen, vertrauenswürdige Ansprechpersonen sichtbar halten und bei Bedarf passende Unterstützung vermitteln. Das ergänzt schulische Angebote und ersetzt keine fachliche Behandlung. Quelle: HBSC 2021/2022, Band 7, S. 30–31.
Die HBSC-Ergebnisse unterscheiden sich nach Alter, Geschlecht, familiärem Wohlstand sowie Ländern und Regionen. Ältere Jugendliche berichten vielfach weniger Unterstützung; höherer familiärer Wohlstand ist in vielen Ländern mit höherer wahrgenommener Unterstützung verbunden. Deshalb sollen junge Menschen im Gesundhaus selbst benennen, was sie brauchen. Altersgerechte Formate, bezahlbare Teilnahme und verschiedene Zugangswege sind unsere lokale Ableitung. Internationale Ergebnisse ersetzen keine Bedarfserhebung in Steindorf. Quelle: HBSC 2021/2022, Band 7, S. 4 und 31.
Konzeptionelle Ableitung für Gesundhaus Steindorf und quartier.care. Stand: September 2026.